Feuchtboden

KANAL

Frühmittelalterliche Siedlungsreste mit Feuchtbodenerhaltung                               Ausbau der Kläranlage Großhöbing               (Gem. Greding, Lkr. Roth)                             Zeitraum: November 2011,

Der Talraum am Zusammenfluss von Thalach und Schwarzach bietet seit der Steinzeit einen bevorzugten Durchgang durch die südliche Frankenalb. ICE- und Straßenbau erforderten gerade hier umfangreiche Rettungsgrabungen. Die Ergebnisse zeigen insbesondere für Eisenzeit und das Frühmittelalter umfangreiche Siedlungsspuren- und Gräberfelder, die zum Teil unter der Talaue verborgen liegen. Direkt an der Schwarzach wurden östlich der Kläranlage die Reste einer frühmittelalterlichen Mühle bis zu drei Meter unter der Talaue aufgedeckt. Die Aue hatte sich über pleistozänem Hangschutt weiter gegen Westen im gesamten Bereich der Rampe des Talüberganges ausgebildet. Die Hochflutsedimente überdeckten dabei sowohl bronze- und eisenzeitliche Grabhügel, wie auch eine spätlatenezeitliche Siedlung.

Fotodokumentation

Fotodokumentation

Bereits begonnene Ausschachtungsarbeiten südlich der Kläranlage erforderten eine sofortige Inspektion. Der Anschnitt der Baugrube für einen größeren Kanalschacht zeigte über dem anstehenden Hangschutt eine dunkle humose Schicht. Beim Putzen der Baugrubenwandung ergaben sich vereinzelten kleinere Hölzern und wohl anthropogen eingebrachten Steine an der Unterkante der Schicht Befund 2 die in einem kleinen Ausschnitt freigelegt werden konnte. Unweit der frühmittelalterliche Mühle mit Feuchtbodenerhaltung in der Talaue war hier mit weiteren Holzartefakten und baulichen Konstruktionen wie Pfosten und Faschinen zu rechnen.
Insgesamt wurden über 50 Holzartefakte geborgen, unter anderem eine gedrechselte Holzschale. Diese fanden sich im Planum verstreut neben größeren Tierknochen und Steinen. Stehende Hölzer bzw. Pfosten wurden keine angetroffen. Wenige Scherben bestätigen die frühmittelalterliche Datierung.

Ortstermin

Ortstermin

Die frühmittelalterliche Mühle mit Feuchtbodenerhaltung in der Talaue wurde etwa 50 m nordöstlich des Kanalbaus im Bereich der heutigen ICE-Trasse untersucht. Dieser „Mühlteich“ erstreckte sich demnach bis an den Rand des mittelalterlichen Dorfes. Bauliche Strukturen wie etwa Reste einer Uferbefestigung wurden hier nicht aufgedeckt, so ist der Eintrag von Tierknochen, Keramik und Holzresten zumindest im Zuge von Abfallentsorgung zu sehen.
Zudem sollten nördlich der Kläranlage im Bereich eines neu zu erstellenden Klärbeckens Sondagen angelegt werden. Wie erwartet zeigten sich dort in etwa 1,5 m Tiefe ein humoser Horizont mit Kalksteinen – Hügelschüttungen von hallstattzeitlichen Grabhügeln – wie sie bereits beim Bau des Talübergangs unmittelbar nördlich davon aufgedeckt werden konnten. Die Gründungstiefe lag zum Schluss über den hallstattzeitlichen Hügeln, die durch die Erdarbeiten nicht tangiert wurden. Die mit Hügelschüttungen sehr gut erhaltenen hallstattzeitliche Grabhügelnekropole erstreckt sich zumindest bis an den Nordrand der alten Kläranlage, bzw. unter dem nun neu angelegten Klärbecken.

Hinterlasse eine Antwort